Im ersten Heimspiel der neuen European League of Football-Saison empfingen die RAIDERS Tirol vor 4.285 Zusehern die Barcelona Dragons zum Spitzenspiel der dritten Woche. Eine starke Leistung der Tiroler wurde in einen 29:13-Erfolg umgemünzt.

Platzgummer gibt Debüt

NFL-Rückkehrer Sandro Platzgummer eröffnete das Spiel mit einem Kickoff-Return an die 30 Yard-Linie. Es war die erste Ballberührung für Platzgummer in der ELF, die ersten zwei Spiele verpasste der Runningback noch verletzungsbedingt. Christian Strong setzte seinen neuen Mitspieler auch rasch ein, Platzgummer wurde auch im Passspiel eingesetzt. Ein Pass von Strong auf Philipp Haun brachte das erste First Down des Spiels ein. Kurz darauf bekam Jarvis McClam erstmals das Ei zugespielt und auch er erzielte gleich ein neues First Down. Die RAIDERS standen damit schon in der gegnerischen Hälfte. Die Verbindung zwischen Strong und McClam zündete früh, der nächste Pass kam an und der US-Amerikaner konnte erst an der gegnerischen 20-Yard-Linie gestoppt werden.

Wenig später konnte die Offensive nur zu kurzem Raumgewinn kommen, die Field Goal-Unit war schon am Feld – eine Strafe gegen die Dragons verlängerte die Angriffsserie der RAIDERS aber. Tief in der Red Zone versuchten die Tiroler zunächst über Runningback Tobias Bonatti zum Erfolg zu kommen – er wurde aber schnell gestoppt. Christian Strong fand Receiver Philipp Haun und das Stadion setzte schon zum Jubelschrei an – der Passfänger kam aber wenige Zentimeter vor der Endzone zu Boden. Bonatti durchbrach schließlich die Defensive Line der Dragons und sorgte für den ersten Touchdown des Abends. Nach erfolgreichem Extrapunkt gingen die RAIDERS Tirol mit 7:0 in Führung.

Barcelona startete an der eigenen 25-Yard-Linie und hatte offenbar mit den lauten Verhältnissen im Tivoli Stadion Tirol zu kämpfen: Eine Delay of Game-Strafe war die Folge. Die Offensive um Conor Miller wurde three and out geschickt. Der anschließende Punt wurde von Sandro Platzgummer gemuffed, dennoch kamen die Tiroler in Ballbesitz. Tief in der eigenen Hälfte ging Christian Strong an die Arbeit, über einen Mix aus Pass- und Laufspiel bewegten sich die RAIDERS stetig nach vorne. Eine Strafe ließ die Tiroler wieder zurückwandern, ein mittellanger Ball auf Adrian Platzgummer machte den Raumverlust dafür wieder wett. Über Tobias Bonatti drangen die Hausherren in die spanische Hälfte ein.

McClam, immer wieder McClam

Viertel Nummer zwei begann mit einem bekannten Bild aus den vergangenen Wochen: Christian Strong fand Jarvis McClam, der sämtliche Verteidiger der Dragons ausstiegen ließ und seinen sehenswerten Run mit einem Touchdown abschließen konnte. Der Extrapunkt ging daneben – neuer Spielstand somit 13:0 für die RAIDERS Tirol.

Die Dragons kamen mit den Fans der RAIDERS und der Defensive nur bedingt zurecht: ein abermaliges Delay of Game zwang Miller tief zu gehen – er fand auch seinen Lieblingsreceiver Theo Landström, der erst an der Mittellinie gestoppt werden konnte. Zwei weitere First Downs folgten und die Dragons standen in der Tiroler Red Zone. Miller fand Josh Johnston und die Gäste kamen zum ersten Touchdown. Allerdings wurde der Extrapunkt geblockt – damit stand es 13:6 aus Sicht der RAIDERS.

Der neue Drive der Tiroler startete auch mit einer Delay of Game-Strafe. Unbeeindruckt davon, ging Strong über die Mitte, suchte und fand seine #5 Jarvis McClam, der den Speed zündete, allen Verteidigern enteilte und damit über seinen zweiten Touchdown des Abends jubeln durfte. Niklas Sanin traf den PAT – 20:6.

Die Defensive zeigte sich stark, stoppte Miller und seine Mitspieler sehr schnell. Der anschließende Punt wurde von Divine Buckrham gemuffed, aber noch unter Kontrolle gebracht. Das offensive Passfeuerwerk ging dafür weiter, diesmal fand Strong Receiver Marco Schneider zum neuen First Down nahe der Mittellinie. Von einer Holding-Strafe konnten sich die RAIDERS nicht mehr erholen, erstmals musste auf Seiten der Tiroler gepuntet werden.

Barcelona kämpfte sich anschließend bis an die 30-Yard-Linie der RAIDERS, wurde aber in vier Versuchen gestoppt, wodurch die Tiroler eineinhalb Minuten vor dem Pausenpfiff noch einmal in Ballbesitz kamen. Sandro Platzgummer erzielte per Lauf ein schnelles First Down, Marco Schneider konnte einen Ball für kurzen Raumgewinn fangen. Ein getippter Ball von Schneider landete in den Armen von Lucas Masero, den er noch bis an die Mittellinie retournieren konnte. Mit 20:6 ging es in die Pause.

Runningbacks bauen aus

In Hälfte zwei bekamen zunächst die Gäste den Ball. Conor Miller führte sein Team – auch selbst per Lauf – in die gegnerische Hälfte, ehe das nächste Delay of Game die Dragons wieder fast an die Mittellinie brachte. Ein Pass von Miller auf Johnston brachte ein neues First Down ein. Barcelona stand schon vor den Toren der RAIDERS Endzone, Conor Miller versuchte es mit Lob-Pass – der von Defensive Back Christoph Nitzlnader abgefangen wurde. Erste Interception der neuen Saison in einer wichtigen Feldsituation.

An der 6-Yard-Linie starteten die RAIDERS in ihren ersten Drive der zweiten Hälfte. Sandro Platzgummer zeigte schöne Bewegungen, konnte einige Verteidiger linken und gleich ein neues First Down erzielt. Jarvis McClam legte im nächsten Play gleich nach, Sandro Platzgummer ebenso – zwei neue First Downs ür die RAIDERS, die schon die Mittellinie überquerten. Die Offensive klickte, nach einem Run von Tobias Bonatti stand man an der 24-Yard-Linie der Dragons. Sandro Platzgummer lief langsam heiß, sein nächster Rushing-Versuch endete in einem neuen First Down. Das Laufspiel wurde wie üblich auf mehrere Schultern verteilt – Tobias Bonatti lief zum zweiten Mal in die Endzone – PAT missed, neuer Spielstand 26:6.

Der folgende Drive der Spanier schien schon gestoppt, die RAIDERS zwangen die Dragons zum Ausspielen eines vierten Versuchs hinter der Mittellinie. Ein sehr tiefer Pass von Miller auf Landström brachte nicht nur ein neues First Down, sondern auch eine aussichtsreiche Position auf Punkte.

Schlussviertel

Nach einer Strafe gegen die Tiroler, trennten die Gäste nur mehr wenige Yards von einem Score. Durch eine offensive Pass Interference mussten die Dragons zehn Yards nach hinten. Miller warf in die Endzone – direkt in Richtung von gleich zwei RAIDERS Defensive Backs – der Ball konnte dennoch nicht abgefangen werden. Wegen eines Delay of Games ging es abermals fünf Yards zurück. Trotzdem brachte Miller einen Pass an, der Receiver wurde erst an der 3-Yard-Linie gestoppt. Die Dragons entschieden sich den vierten Versuch auszuspielen – Miller fand aber keinen offenen Passabnehmer und warf das Ei weg. Wichtiger Stopp der RAIDERS Defensive.

Trotz brenzliger Feldposition, spielten sich die RAIDERS nach vorne, mussten schlussendlich aber doch punten. Ein vollkommen missglückter Punt ließ die Barcelona Dragons an der 34-Yard-Linie der Tiroler starten. Wieder war die Defensive zur Stelle, wieder mussten die Gäste einen vierten Versuch ausspielen. Und abermals lieferte Miller ab und fand in Landström einen Abnehmer zum neuen First Down. Nicolas Melcher riss Miller zu Boden, der erste Sack des Spiels und eine weitere Delay of Game-Strafe machten die Arbeit für die spanische Offensive aber nicht leichter. Dennoch, die Dragons kamen zu einer neuen Angriffsserie und standen schlussendlich an der 1-Yard-Linie. Nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen, fand Miller Landström zum Score. Der PAT war gut – 26:13.

Die RAIDERS zeigten sich konzentriert und ruhig: Der Drive lief im wahrsten Sinne des Wortes über Tobias Bonatti, der Runningback erzielte in drei Versuchen einen Raumgewinn von satten 47 Yards. Die Angriffsserie endete mit einem Field Goal von Sanin – 29:13. Dabei blieb es auch. Die RAIDERS Tirol feierten den dritten Sieg in Folge und bleiben ungeschlagen.

KEY-STATS:

Christian Strong, QB: 293 Passing-Yards (26/38), 2 tds, int
Sandro Platzgummer, RB: 59 Rushing-Yards (5 attempts), 
Tobias Bonatti, RB: 88 Yards (13 Attempts), 2 Tds 
Jarvis McClam, WR: 8 catches, 169 yards, 2 tds

STIMMEN:

Kevin Herron, Head Coach: „Wir haben zu Beginn noch ein paar Fehler gemacht, waren selbst von der Stimmung beeindruckt. Unsere Fans heute waren herausragend! Wir sind mit dem Ball auch gut gelaufen, da passieren dann auch meistens gute Dinge. Ich bin sehr stolz auf die Jungs, wir haben aber noch Arbeit vor uns, um unser Ziel – das Finale in Duisburg – zu erreichen. Wir nehmen ein Spiel nach dem anderen und müssen jede Woche abliefern.“

Sandro Platzgummer, Runningback: „Ich habe den Rost noch ein bisschen loswerden und das Vertrauen wieder aufbauen müssen. Ich bin aber zufrieden und stolz auf die Jungs, sie haben super gespielt. Es war ein wichtiger Sieg und es macht Spaß, wieder am Feld zu stehen.“